Warum ich mich selbst nicht mehr erkannte — und was das mit dem Sinn des Lebens zu tun hat - Media House Krumbach

Warum ich mich selbst nicht mehr erkannte — und was das mit dem Sinn des Lebens zu tun hat

Was mein Opa Anatoli mir über ein Leben ohne Sinn hinterlassen hat

„Am Anfang beginnen wir am Ende.“ — Wesenheit, Kapitel Schwarz

Es war Vatertag. Ich war 16 und wollte feiern. Auf dem Weg zum Treffpunkt klingelte ich kurz bei meinem Opa — nicht um ihn zu besuchen, sondern weil ich Alkohol brauchte. Er wohnte im Wohnblock gegenüber. Er machte auf, freute sich mich zu sehen. Ich sah es. Und ich ignorierte es.
Er kramte eine angebrochene Flasche heraus. Ich griff danach und war schneller wieder draußen als ich reingekommen war. Bevor ich die Tür zuzog, lud er mich auf einen Teller Bortsch ein. Nur fünf Minuten. Ich lehnte ab.
Es war das letzte Gespräch, das ich mit ihm geführt habe.

Was ich am nächsten Tag sah

Mein Cousin öffnete die Tür mit Tränen in den Augen. Opa war im Krankenhaus
zusammengebrochen. Lungenkrebs, Alkohol, ein Leben, das er irgendwann aufgehört hatte zu leben. Als ich ihn besuchte, lag nur noch eine Hülle von Mensch dort. Was mich aber am härtesten traf, waren die Menschen um sein Bett — alle weinend, alle die sich kaum um ihn gekümmert hatten. Jetzt war es zu spät.

Mein Opa Anatoli war einmal ein magischer Mensch. Er war derjenige, der mich aufs Fahrrad gesetzt hat. Der mit mir durch Wälder gewandert ist und Karotten auf eine Wiese gelegt hat, bis plötzlich Dutzende Kaninchen auftauchten. Er hatte etwas Besonderes an sich — eine Ruhe, eine Aura.
Aber irgendwann hatte er aufgehört. Irgendwann hatte er dem Leben mit Verachtung und Angst begegnet. Und das Leben hatte seinen Preis dafür eingefordert.

Was mich das gelehrt hat

Ich habe Wesenheit bewusst mit dieser Geschichte begonnen. Nicht um zu schockieren. Sondern weil das Schwarz notwendig ist — die Farbe des Innehaltens, der Momente in denen das Leben dir zeigt, was passiert, wenn du seinen Zeichen nicht folgst.


Das Leben gibt Zeichen — immer. Unzufriedenheit, Müdigkeit, das Gefühl dass etwas nicht stimmt. Diese Signale sind keine Schwäche. Sie sind Wegweiser. Mein Opa hat sie zu lange ignoriert. Ich wollte nicht denselben Fehler machen.


Und in einer Nacht — drei Jahre bevor ich dieses Buch schrieb — wachte ich schweißgebadet auf. In meinem Kopf hämmerte ein einziger Satz: „Du verschwendest die Gabe Gottes.“ Dieser Satz hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

EINE FRAGE, DIE BLEIBT

  • Gibt es jemanden in deinem Leben, den du schon länger nicht wirklich gehört hast?

  • Gibt es eine Einladung, die du immer wieder ablehnst — nicht wegen Zeit, sondern wegen Gleichgültigkeit?

  • Welche Zeichen gibt dir das Leben gerade — und ignorierst du sie?

  • Was würde sich ändern, wenn du ab heute aufhörst, das Unbehagen wegzuschieben?

Das Schwarz endet nicht mit einer Lösung. Es endet mit einer Frage. Und manchmal ist die Frage wichtiger als jede Antwort.

Wo stehst du gerade in deiner Wesenheit — auf welcher Ebene bist du unterwegs?

Inhalt

Teile:

DAS BUCH

Eine inspirierende Erzählung für ein erfülltes Leben. Jetzt in der 3. Auflage.

Inhalt

Warum ich mich selbst nicht mehr erkannte — und was das mit dem Sinn des Lebens zu tun hat

Was mein Opa Anatoli mir über ein Leben ohne Sinn hinterlassen hat

„Am Anfang beginnen wir am Ende.“ — Wesenheit, Kapitel Schwarz

Es war Vatertag. Ich war 16 und wollte feiern. Auf dem Weg zum Treffpunkt klingelte ich kurz bei meinem Opa — nicht um ihn zu besuchen, sondern weil ich Alkohol brauchte. Er wohnte im Wohnblock gegenüber. Er machte auf, freute sich mich zu sehen. Ich sah es. Und ich ignorierte es.
Er kramte eine angebrochene Flasche heraus. Ich griff danach und war schneller wieder draußen als ich reingekommen war. Bevor ich die Tür zuzog, lud er mich auf einen Teller Bortsch ein. Nur fünf Minuten. Ich lehnte ab.
Es war das letzte Gespräch, das ich mit ihm geführt habe.

Was ich am nächsten Tag sah

Mein Cousin öffnete die Tür mit Tränen in den Augen. Opa war im Krankenhaus
zusammengebrochen. Lungenkrebs, Alkohol, ein Leben, das er irgendwann aufgehört hatte zu leben. Als ich ihn besuchte, lag nur noch eine Hülle von Mensch dort. Was mich aber am härtesten traf, waren die Menschen um sein Bett — alle weinend, alle die sich kaum um ihn gekümmert hatten. Jetzt war es zu spät.

Mein Opa Anatoli war einmal ein magischer Mensch. Er war derjenige, der mich aufs Fahrrad gesetzt hat. Der mit mir durch Wälder gewandert ist und Karotten auf eine Wiese gelegt hat, bis plötzlich Dutzende Kaninchen auftauchten. Er hatte etwas Besonderes an sich — eine Ruhe, eine Aura.
Aber irgendwann hatte er aufgehört. Irgendwann hatte er dem Leben mit Verachtung und Angst begegnet. Und das Leben hatte seinen Preis dafür eingefordert.

Was mich das gelehrt hat

Ich habe Wesenheit bewusst mit dieser Geschichte begonnen. Nicht um zu schockieren. Sondern weil das Schwarz notwendig ist — die Farbe des Innehaltens, der Momente in denen das Leben dir zeigt, was passiert, wenn du seinen Zeichen nicht folgst.


Das Leben gibt Zeichen — immer. Unzufriedenheit, Müdigkeit, das Gefühl dass etwas nicht stimmt. Diese Signale sind keine Schwäche. Sie sind Wegweiser. Mein Opa hat sie zu lange ignoriert. Ich wollte nicht denselben Fehler machen.


Und in einer Nacht — drei Jahre bevor ich dieses Buch schrieb — wachte ich schweißgebadet auf. In meinem Kopf hämmerte ein einziger Satz: „Du verschwendest die Gabe Gottes.“ Dieser Satz hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

EINE FRAGE, DIE BLEIBT

  • Gibt es jemanden in deinem Leben, den du schon länger nicht wirklich gehört hast?

  • Gibt es eine Einladung, die du immer wieder ablehnst — nicht wegen Zeit, sondern wegen Gleichgültigkeit?

  • Welche Zeichen gibt dir das Leben gerade — und ignorierst du sie?

  • Was würde sich ändern, wenn du ab heute aufhörst, das Unbehagen wegzuschieben?

Das Schwarz endet nicht mit einer Lösung. Es endet mit einer Frage. Und manchmal ist die Frage wichtiger als jede Antwort.

Wo stehst du gerade in deiner Wesenheit — auf welcher Ebene bist du unterwegs?

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DAS BUCH

Eine inspirierende Erzählung für ein erfülltes Leben. Jetzt in der 3. Auflage.